Vortrag: Ukrainische Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg

Die Russische Föderation rechtfertigt ihren Angriffskrieg auf die Ukraine mit dem Argument, dass das Land „entnazifiziert“ werden müsse. Dabei bedient sie sich eines sowjetischen Feindbildes, das Ukrainer:innen kollektiv als willige Helfer:innen der Nationalsozialist:innen darstellt. Gleichzeitig werden ukrainische Nationalist:innen, die sich am Holocaust beteiligten, in der ukrainischen Geschichtspolitik heroisiert. Sie werden als „Kämpfer für die ukrainische Unabhängigkeit” gefeiert, die Widerstand gegen die Deutschen und die Sowjetunion geleistet haben. Die Leugnung dieses Kampfes ist seit 2015 gesetzlich verboten.
Dieser „Krieg der Erinnerung“ zeigt deutlich, wie stark die Geschichtsnarrative über den Zweiten Weltkrieg polarisieren. In diesem Vortrag suchen wir die Wurzeln des ukrainischen Erinnerungsnarrativs. Dafür betrachten wir die Geschichtsnarrative in der Sowjetunion, in der ukrainischen Emigration und im unabhängigen ukrainischen Staat.

Jennifer Frank, M. A. ist Osteuropahistorikerin mit Schwerpunkt auf ukrainische Geschichte des 20. Jahrhunderts. Sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Neuere Geschichte Osteuropas an der Georg-August-Universität Göttingen. Ihr Promotionsthema lautet „Der Zweite Weltkrieg und die ukrainischen Historiker:innen in der Emigration – Geschichtsschreibung im Kalten Krieg“.

Datum

Jul 04 2024
Vorbei!

Uhrzeit

19:00 - 20:55
Kneipe

Veranstaltungsort

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